Ein Tag mit den Silberlanguren
6. April 2015
Die Nacht in der Fischdose
16. April 2015
 
 

Wir wurden von einem lauten Knallen geweckt. Die Nasenaffen sprangen wieder lautstark auf unser Blechdach und ich zog mich schnell an, um ihnen mit der Kamera zu folgen. Als ich vor die Tür trat, sah ich eine Gruppe der Affen in den Bäumen direkt neben dem Haus. Ihre Hände stopften eilig die kleinen roten Früchte in den Mund, während dieser fleißig die Schalen ausspuckte. Die dicken Nasen wackeln bei jeder Kaubewegung. Ihre Blicke wandern durch die Gegend und suchen ein bequemes Plätzchen mit noch mehr Früchten in greifbarer Nähe.

Ein junges Männchen kletterte einen Ast herunter. Er hat genau dieses schöne Plätzchen nur einen Meter über meinen Kopf gefunden. Ich nehme die Kamera samt Stativ und gehe ein paar Schritte weg, um filmen zu können. Er schaut interessiert rüber und schneidet Grimassen als wolle er sagen „Na los, hier bin ich. Mach deine Aufnahmen.“ In diesen Momenten höre ich oft auf zu filmen oder fotografieren und genieße die Aufmerksamkeit der Tiere und so nah bei ihnen zu sein. Nicht akzeptiert, aber toleriert. Unsere Blicke treffen sich immer wieder, während ich wieder anfange mich zu kratzen und zu lausen um meine Entspannung auszudrücken.

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Am späten Nachmittag wanderten wir am Strand entlang und waren schockiert, wieviel Müll die Flut wieder angespühlt hatte. Das Umweltbewusstsein vieler Menschen ist nicht das Beste und so fliegt viel Müll einfach über Bort oder wird vom Bootssteg ins Wasser geworfen. Diese Art den Müll zu entsorgen ist übrigens keine asiatische Erfindung, sondern wird leider auch in Europa praktiziert. In der Ferne sahen wir einen Nasenaffen direkt zwischen den angespühlten Plastikteilen sitzen. Immer wieder steckte er sich irgendetwas in den Mund, schaute sich um und suchte zwischen dem Strandgut nach etwas Fressbaren. Als wir näher kamen sahen wir, dass es lediglich gefallene Früchte waren, die sein Interesse weckten. Tiere wissen natürlich genau was sie fressen können und was nicht, aber jeder macht auch mal Fehler.

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In den Bäumen saß der Rest der Gruppe und uns schaute ein bekanntes Gesicht entgegen. Das junge Männchen lag sichtlich entspannt auf einem Ast und genoss den Tag. Wir setzten uns einfach an den Strand direkt unter die Nasenaffen, schauten aufs Meer, genossen den Sonnenuntergang zusammen mit den Nasen und wünschten uns an keinen anderen Ort der Welt.

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