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Wir hörten von einer Krokodilfarm in der riesige Salzwasser-Krokodile gehalten werden, die vor Jahren aus den umliegenden Flüssen gefangen wurden. Krokodilfarm… in dieses Wort kann man viel interpretieren. Ist es eine Art Zuchtfabrik, in der Krokodile für Handtaschen gezüchtet werden, oder geht es um den Schutz der Tiere? Salzwasser-Krokodile sind in der Region selten geworden. Die Flüsse werden von immer mehr Booten befahren und obwohl die Krokodile in Sarawak unter Schutz stehen, werden sie illegal bejagd.
Wir fuhren mit dem Bus von Kuching nach Serian, wo der Busfahrer uns an der Straße aussteigen ließ und ein Schild uns mitteilte, dass wir die restlichen 1,2 km zur Farm laufen sollten. Während dieses Marsches unter der brennenden Sonne wurden wir auf der kleinen Straße von Autos und Motorrollern überholt, deren Fahrer uns ungläubig anschauten. Nachdem wir ankamen und Eintritt bezahlten, gingen wir durch das Krokodil-Museum, welches aus eingelegten Krokodil-Eiern und -Babys, Fotos und Schädel bestand. Die Fotos zeigten riesige Krokodile, die in der Region gefangen und geschossen wurden. Die Fotos zeigten außerdem den Mageninhalt, dieser wahren Giganten. Es war definitiv nichts für schwache Nerven, denn aus den Mägen wurden halbverweste Kinder oder einzelne Körperteile geborgen. Es wurde auch ein wirklich riesiger Schädel eines Krokodils ausgestellt, welcher angeblich der Schädel des “Bujang Senang“, einer lokalen Legende sein soll.

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Der Schädel des „Bujang Senang“                           Die Fotografien waren nicht für schwache Nerven oder Mägen

 

Bujang Senang war ein 6 Meter langes, unglaublich massiges Salzwasser-Krokodil, mit einem weißen Streifen auf dem Rücken. Der große Menschenfresser soll die Wiedergeburt eines Iban-Krieger sein, der von seiner Frau verraten und seinen Feinden enthauptet, nun in der Gestalt des mächtigen Krokodils, die Nachfahren seiner Feinde töten will. Bujang Senang, heißt übersetzt “Glücklicher Junggeselle“. Der Name soll wahrscheinlich ein kleiner Dämpfer für die untreue Frau sein und andere Frauen warnen, die gleiches im Sinn haben. Das Krokodil soll 14 Menschen rund um den Sungai Lupar (Fluss Lupar) getötet haben und obwohl er 1992 erlegt wurde, wird er noch von vielen Leuten gesichtet.

 

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Nach dem Museum kamen wir in den kleinen Zoo der zur Farm gehörte. Wir waren ein bisschen schockiert, weil große Weichschildkröten in ganz kleinen Becken gehalten wurden. Einer großen Schildkröte sollte man Geldstücke auf den Panzer werfen. Es roch nach alten Fleisch und wir schauten wo der Geruch herkam. Der Geruch kam aus einem Terrarium, in dem mehrere Schlangen zusammen mit Fleischstückchen, die in dem Terrarium darauf warteten, dass entweder die Fliegen sie verspeisten oder doch eine Schlange großen Hunger bekommt und zum Assfresser wird, lagen. Wir gingen an zahlreichen Tieren vorbei, die keinen guten Eindruck machten. Beim Anblick eines kleinen Malaienbären, der Binturongs oder anderen Schleichkatzen, und der Makaken blutete unser Herz. Wir machten nur schnell ein paar Videos und zogen weiter in den Krokodilbereich.
Hier wurden viele verschiedene Krokodilarten in verschiedenen Größen gezeigt. Bei einem Schild auf dem “Schwanzloses Krokodil“ stand wurde ich aufmerksam. Das Krokodil wurde wahrscheinlich in jungen Jahren von einem Artgenossen verletzt. Noch weitere schwanzlose Krokodile waren zu sehen. Bei allen wollte der Schwanz wieder nachwachsen, es wurde jedoch nur eine missgebildete Schwanzspitze, die aus dem großen Stumpf wuchs, daraus.
Während wir über den Plankenweg, der durch die sumpfige Landschaft, vorbei an den Gehegen gingen, schauten auf unzählige Salzwasser-Krokodile. Einige hatten riesige Areale ganz für sich allein, andere wiederum waren mit 15 Tiere auf ca. 6m² eingepfercht. Wir verstanden das System noch nicht so ganz, vermuteten aber, dass die Krokos in den Luxus-Arealen Dauergäste waren und die aus den Wohngemeinschaften als Handtasche, Gürtel oder Schuh im Zoo-Shop landen.

 

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Schildkröte als Spardose                                             Der Geruch ist mit nichts zu beschreiben

 

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Der einzige Lichtblick für den kleinen Malaienbären war das Schnupperloch zu den Stachelschweinen

 

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Die wahre Größe von „Pak Indon“           und            „Bujang Sudin“ ist auf den Fotos nicht ersichtlich!

 

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„Bujang Sudin“                                                                Wer hier wohl das Sagen hat?!

 

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Es gab einige schwanzlose Krokodile. Bei Einigen versuchte der Schwanz auch nachzuwachsen.

 

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Es gab unglaublich viele Krokodile in allen Größen zu sehen

 

Als wir uns auf den Weg zur Tribüne, wo bald die Krokodilfütterung beginnen sollte, machten, kamen wir an den Gehegen der Sunda-Gaviale vorbei. Beim Anblick eines Gavials stockten uns kurz der Atem, weil das Gehirn verarbeiten musste was es sah. Da lag ein großer Gavial mit verkrümmten Oberkiefer.

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An der Tribüne angekommen, sollte auch gleich die Fütterung beginnen. Schaut es euch an!

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